„Im Watt sein ist alles – jetzt erst recht“
Brunsbüttel – Der Sportjahr 2012 steht ganz im Zeichen der wattolümpischen Spiele in Brunsbüttel – wenngleich Brunsbüttel Konkurrenz aus London bekommt, wo ebenfalls um sportliches Edelmetall gekämpft wird. Doch während man in London saubere Spiele erwartet, wird es in Brunsbüttel definitiv schmutzig. „Das werden die schmutzigsten Spiele aller Zeiten“, sagt Wattkampfleiter Oliver Kumbartzky.
Zwei Tage nach der Eröffnungsfeier in London, genauer gesagt am Sonntag, 29. Juli, wird auch in Brunsbüttel das olümpische Feuer entzündet. Das „Ü“ im Namen der „Wattolümpiade“ deutet schon darauf hin, dass hier an der Elbmündung alles ein bisschen anders ist als in London. Jedes Jahr im Sommer kommen hunderte „Wattleten“ nach Brunsbüttel, um bei dem mit Abstand schmutzigsten Sportspektakel der Republik, der „Wattolümpiade“, an ihre sportlichen Grenzen zu gehen.
Zum nunmehr neunten Mal lädt das olümpische Komitee, der „Wattikan“, die Wattleten ein, sich im knietiefen Elbschlick in traditionellen Küsten-Disziplinen wie Wattfußball, Watthandball und Wattwolliball zu messen. Brandneu im Wattbewerbskatalog ist das aus dem ostfriesischen Greetsiel stammende Schlickschlittenrennen, das erstmals in Brunsbüttel zur Olümpia-Reife gebracht wird.
Organisiert wird das schmutzige Spektakel vom ehrenamtlich agierenden Wattolümpiade e.V., der in den vergangenen acht Jahren der Veranstaltung zu internationaler Bekanntheit verhalf – wozu nicht zuletzt etliche TV-Sender aus aller Welt beitrugen, die regelmäßig von dieser deutschlandweit einzigartigen Veranstaltung berichten. So erfreut sich das „etwas andere Sportereignis“ auch im Ausland wachsender Beliebtheit. In den vergangenen Jahren nahmen Mannschaften aus Estland, Italien, Dänemark und Belgien teil. Auch 2012 werden sich wieder Teilnehmer aus dem europäischen Ausland in den Schlick stürzen. „Wir freuen uns, dass das Teilnehmerfeld auch diesmal international besetzt sein wird. Ganz Brunsbüttel wird wieder zum olümpischen Dorf“, blickt Kumbartzky einem spannenden Wattsportwochenende entgegen, bei dem der olümpische Gedanke – bei allem Ansporn – einmal mehr im Vordergrund stehen wird: „Im Watt sein ist alles.“
Was sich nach viel Quatsch im Matsch anhört, hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund: Mit den Eintrittseinnahmen und den Startgeldern finanziert der Wattolümpiade-Verein unter anderem zwei Beratungsstellen für Krebsbetroffene an der schleswig-holsteinischen Westküste sowie weitere Beratungs- und Informationsangebote, die sich an Krebspatienten, Angehörige, aber auch Ärzte richten. Mehr noch: Nachdem zuletzt die Einrichtung eines Palliativzimmers auf der Agenda der Olümpia-Macher stand (das Projekt konnte dank zahlreicher solidarischer Spenden trotz des sturmbedingten Ausfalls der Wattolümpiade 2011 realisiert werden), wird 2012 der Fokus auf die Finanzierung einer großangelegten Typisierungsaktion gelegt, die der Wattolümpiade-Verein im kommenden Jahr gemeinsam mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) auf die Beine stellen wird. In den zurückliegenden Jahren brachte der „schmutzige Sport für eine saubere Sache“ rund 130.000 Euro für den Benefizzweck ein.
Meldestart am Neujahrstag:
Nur noch Restplätze – und die werden bei eBay versteigert
Im „Sommer“ 2011 musste die Wattolümpiade am Veranstaltungstag unwetterbedingt abgesagt werden. Daher haben alle Teams, die sich für 2011 gemeldet hatten, eine Startplatzgarantie. Die allermeisten Teams – viele sind schon seit Jahren dabei – machen davon Gebrauch, deshalb sind nur noch einige wenige Startplätze zu vergeben.
Da in den vergangenen Jahren regelmäßig ein Run auf die rund 50 Startplätze losbrach (binnen weniger Stunden musste bereits „ausgebucht“ gemeldet werden), haben sich die Olümpia-Macher diesmal, wo nur noch eine Hand voll Plätze zur Verfügung stehen, etwas Neues einfallen lassen: „Während man sich für London durch sportliche Höchstleistungen qualifizieren muss, kann man sich bei uns den Startplatz bei eBay ersteigern“, so Wattkampfleiter Kumbartzky.
Mannschaften, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollen, haben ab dem 1. Januar 2012, 12 Uhr, die Möglichkeit, sich unter www.ebay.de (Suchwort „Wattolümpiade“) die heiß begehrten Startplätze zu ersteigern. Selbstredend geht auch der Auktionserlös an den guten Zweck.
Nicht verpassen:
„Wattstock indoor“ am 14. April 2012 im Elbeforum
Dem Sturm war 2011 nicht nur die Wattolümpiade, sondern auch das Wattstock-Festival am Vortag zum Opfer gefallen. Doch „aufgeschoben ist nicht aufgehoben”. Und so stellen sich vier der Bands, die in diesem Jahr eigentlich den Deich rocken wollten, im kommenden Frühjahr in den Dienst der guten Sache, sturmfest und sicher vor Wettereinflüssen aller Art beim ersten „Wattstock indoor”-Festival am Samstag, 14. April 2012, ab 19 Uhr im Brunsbütteler Elbeforum. „Sturmfreie Bude” genießen dort nicht nur die Fans, sondern mit wingenfelder:Wingenfelder, Terry Hoax, Dirk Darmstaedter und Radiopilot vier herausragende Bands, die ein so hochkarätiges wie unterhaltsames Festivalvergnügen versprechen. Tickets sind zum Preis von 15 Euro beziehungsweise 25 Euro (Ticket+Festivalshirt) im Elbeforum erhältlich.
Weitere Infos unter www.wattoluempia.de.