
wingenfelder:Wingenfelder
Das wird die Musikfreunde in der Region freuen: In diesem Sommer wird wieder das Wattstock-Festival in Brunsbüttel gefeiert. Die Finanzierung des Benefiz-Events steht.
Sechs Jahre lang hat das Musikfestival den Auftakt des Wattolümpiade-Wochenendes markiert und regelmäßig den Löwenanteil des Benefizertrags erspielt. Nachdem Wattstock im vergangenen Jahr erstmals ausfallen musste, weil die finanzielle Planungssicherheit fehlte, kann es in diesem Jahr wieder über die Bühne gehen. Keine Selbstverständlichkeit: „Es ist nicht einfacher geworden, Sponsoren zu gewinnen“, macht Jens Rusch deutlich, der als Fundraiser viele Klinken putzen musste. In den allermeisten Fällen habe es Absagen gegeben, oft mit dem Hinweis, man würde schon dies und jenes sponsern – oder eben gar nichts mehr, weil es die wirtschaftliche Situation nicht zulässt. Das sei zermürbend gewesen, bekennt Rusch. Schließlich gehe es bei der Wattolümpiade nicht um ein bloßes Spaßevent. Die Veranstaltung sei Vehikel um Gelder zu generieren, mit denen die Krebsberatungsstellen an den beiden Westküstenkliniken im Kreis und weitere Informationsangebote finanziert werden. Dinge, für die die öffentliche Hand oder auch Krankenkassen kein Geld übrig haben. Dabei kämen mehrere Effekte bei der Wattolümpiade zusammen: „Die Stadt bekommt ein Event mit überregionaler, ja internationaler Strahlkraft. Und gleichzeitig können wir etwas tun, um die Situation für Krebsbetroffene in der Region – Erkrankte aber auch Angehörige –zu verbessern.“
Auch Rusch weiß, dass man Sponsoren nicht über Gebühr belasten kann. „Einige sind schon von der ersten Wattolümpiade an dabei.“ Und so sei es auch durchaus verständlich, wenn sich der ein oder andere nach jahrelangem Engagement ausklinkt. Nur: Ohne Sponsoring ließe sich die Wattolümpiade nun mal nicht realisieren – und schon gar nicht mit dem Erfolg, der die Olümpiade zu einer der größten Benefizveranstaltung im Land gemacht hat. Denn nur dadurch, dass sämtliche Kosten im Vorfeld gedeckt sind, könne auch das Eintrittsgeld in Gänze der guten Sache zufließen. „Wir gehen ohne einen Cent Minus in die Veranstaltung – nur so ist der größtmögliche Spendenertrag sichergestellt.“ An diesem Prinzip solle sich auch weiterhin nichts ändern.
Im vergangenen Jahr war das Wattstock-Festival genau diesem Prinzip zum Opfer gefallen. Nach dem Rückzug eines der Hauptsponsoren konnten die Olümpiamacher nicht mehr rechtzeitig Ersatz akquirieren. So fehlte Planungssicherheit, und weil man den Besuchern kein abgespecktes Festival unterjubeln wollte, fiel Wattstock aus. „Das sorgte bei nicht wenigen Brunsbüttelern für lange Gesichter“, weiß Rusch. Es sei aber auch durchaus ein nötiges Signal gewesen, „ein Signal dafür, dass uns ein so tolles Festival eben nicht in den Schoß fällt“.
Um so größer ist die Freude, in diesem Jahr wieder in die Vollen gehen zu können. Zu verdanken sei dies insbesondere zwei großen Betrieben am Ort, Südweststrom und Vattenfall, die bereits seit mehreren Jahren zu den wichtigsten Unterstützern der Benefizveranstaltung gehören und die sich, gerade vor dem karitativen Hintergrund, für den Erhalt der Veranstaltung stark machten, so Rusch. Südweststrom-Geschäftsführer Hakan Yapici hatte die Unterstützung für die gute Sache sofort zugesagt, sodass in diesem Jahr frühzeitig die Planungen für die Olümpiade und auch das Festival gesichert in Angriff genommen werden konnten. Und so laufen mittlerweile die Vorbereitungen für das Festival, das am 23. Juli, dem Tag vor der Wattolümpiade, stattfinden wird, auf Hochtouren. Die erste Bandzusage liegt auch schon vor. So haben die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder, die mit den Olümpiamachern seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden sind und mit Fury in the Slaughterhouse 2006 und 2008 umjubelte Konzerte bei Wattstock gaben, spontan zugesagt, sich hier mit ihrer neuen Band “wingenfelder:Wingenfelder” erneut in den Dienst der guten Sache zu stellen. An dem weiteren Programm wird jetzt gewerkelt.
Stattfinden soll das Festival übrigens an bewährter Stelle auf der Festwiese am Freizeitbad LUV. Hier gab es zuletzt Unsicherheiten, die allerdings Bürgermeister Wilfried Hansen höchstpersönlich ausgeräumt hat: „Das Wattstock-Festival gehört dort hin.“