20.000 Euro für die Krebsgesellschaft
9. Juli 2010 · Allgemein, Presse, Wattolümpiade · kein Kommentar

Schmutziger Sport für eine saubere Sache – wohl keine andere Veranstaltung im Land wird diesem Motto derart gerecht wie die Brunsbütteler Wattolümpiade. Seit 2004 werfen sich einmal im Jahr Hunderte Wattleten in den knietiefen Elbschlick, um in skurrilen Wattkämpfen wie Aalstaffellauf, Wattfußball und Fischtennis olümpisches Edelmetall zu ergattern – und gleichzeitig Gutes zu tun. Denn dem Wattikan, wie sich die Macher hinter der Wattolümpiade bezeichnen, geht es um wesentlich mehr als den vordergründigen „Quatsch im Matsch“. Sie engagieren sich mit der Veranstaltung für die Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. Ihr fließen die Erlöse aus dem überaus schmutzigen, aber stets fairen Wettstreit zu. So konnten nicht nur Krebsberatungsstellen in Brunsbüttel und Heide eingerichtet werden.
Dank der Unterstützung durch die Wattolümpiade wurde auch ein breit gefächertes Informationsangebot an der Westküste realisiert, von dem Krebspatienten und ihre Angehörigen nachhaltig profitieren. Gestern hat eine Abordnung des Wattikans im Kieler Landeshaus den Erlös aus der sechsten Wattolümpiade an die Krebsgesellschaft überreicht. Im Beisein von Landtagspräsident Torsten Geerdts – wie seine beiden Amtsvorgänger Schirmherr der skurrilen Benefizveranstaltung – nahm der Vorstand der Krebsgesellschaft den Spendenscheck in Höhe von 20 000 Euro entgegen. Mit der jüngsten Olümpiade, die vor einem Monat in Brunsbüttel ausgetragen wurde, ist der Gesamtspendenertrag durch den Wattolümpiade-Verein auf stolze 120 000 Euro angewachsen.
Ein solcher Erfolg sei allerdings nicht selbstverständlich, gab Geerdts zu bedenken. Er dankte deshalb den unermüdlichen Helfern, aber auch den Sponsoren, ohne die die Veranstaltung nicht zu realisieren sei. Gerade Letztgenannte würden auch in Zukunft benötigt, um dieses Projekt fortzuführen. Denn von ihrem wichtigsten Grundsatz wollen die Organisatoren auch weiterhin nicht abrücken, wie Michael Behrendt, Vorsitzender des Wattolümpiade- Vereins, betonte: „Wir gehen ohne einen Cent Minus in die Veranstaltung, nur so ist der größtmögliche Spendenertrag sichergestellt.“ In diesem Jahr sei es erstmals sehr schwer gewesen, früh finanzielle Planungssicherheit zu bekommen, erinnerte er.
Letztlich musste das Wattstock-Festival geopfert werden – in den vergangenen Jahren nicht nur Publikumsmagnet, sondern auch der Veranstaltungspart, der einen gewichtigen Teil des Benefizertrages eingespielt hat. „Wir wollen alles daran setzen, im nächsten Jahr wieder Wattstock auf die Beine zu stellen“, versprach Behrendt. Nur müssten eben auch die Rahmenbedingungen stimmen. Letztlich hänge alles am Sponsoringaufkommen. Geerdts gab sich zuversichtlich, dass die Olümpia-Macher diesbezüglich Erfolg haben werden – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Schließlich sei die Resonanz in den Medien enorm, die Wattolümpiade ein Sympathieträger. „Binnen Kurzem ist sie zu einer Visitenkarte Schleswig-Holsteins geworden. Sie steht damit auch für ein innovatives Tourismuskonzept, von dem die regionale Wirtschaft ganz unmittelbar profitieren kann.“
Für das Engagement der Brunsbütteler ist Geerdts dankbar: „Bei allen medizinischen Fortschritten ist die Diagnose Krebs noch immer erschreckend. Sie kann jeden von uns ereilen. Umso mehr sollte uns allen daran gelegen sein, dass Betroffene auf ein festes Netzwerk der Hilfe und Solidarität vertrauen dürfen.“ Die Veranstalter der Wattolümpiade würden hier Vorbildliches leisten. „So ungewöhnlich die von ihnen ausgerichteten Wattkämpfe auf den ersten Blick auch scheinen mögen – sie haben einen äußerst ernsthaften Kern, stärken den Zusammenhalt in der Region und machen Mut in einer Zeit, in der sich allzu viele aus der Gesellschaft zurückziehen.“ Die nächste Wattolümpiade soll am 23./24.Juli 2011 stattfinden.








